SPEIKINDER SIND GEDEIHKINDER – kennt ihr den Spruch? Mit Speikindern sind hier Babys gemeint, die nach dem Trinken (Muttermilch oder Folgemilch) einen Teil der zuvor aufgenommenen Nahrung wieder ausspucken bzw. kleine oder auch größere Mengen davon erbrechen.
 
Der wissenschaftliche Name dafür ist gastroösophagealer REFLUX (GÖR) und dieser liegt vor, wenn  der Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Dabei muss der Mageninhalt nicht zwangsläufig durch den Mund wieder rauskommen – somit verläuft Reflux oft komplett unbemerkt. Solange der Säuregehalt der Magenflüssigkeit gering ist, macht es einem Baby kaum Probleme. Das Baby ist fit und fröhlich und erfreut sich an seinem Essen. Sobald der Mageninhalt jedoch sauer ist, kann es nicht nur Diskomfort, sondern auch richtiges Brennen und Schmerzen bedeuten. Wenn also ein Baby beim Trinken sehr unruhig ist, sein Köpfchen wegdreht oder direkt nach dem Essen unleidig wird oder gar weint oder schreit – können es die Anzeichen von Reflux sein.
 
 
Solche Symptome müssen immer mit dem Kinderarzt abgeklärt werden, denn Babys, die an Reflux leiden, nehmen oft schlecht zu und können somit Wachstums- und Gedeihstörungen entwickeln. Eine der Ursachen für Reflux kann eine Lebensmittelallergie oder Lebensmittelunverträglichkeit sein. Ganz häufig ist dabei die Kuhmilcheiweißallergie in Verdacht und sollte sich diese noch nicht testen lassen, würde ein Arzt als Erstes empfehlen, für eine Weile auf den Verzehr auf Kuhmilchprodukten zu verzichten. Für Babys, die mit Folgenahrung ernährt werden, bedeutet dies eine Umstellung auf eine Spezialnahrung. Bei gestillten Kindern kann eine kuhmilchfreie Diät für die Mama schon sehr bald Erleichterung bringen. In schweren Fällen von schmerzhaftem Reflux kann ein Kindergastroenterologe auch eine medikamentöse Behandlung verordnen.
 
 
Leider ist Reflux auch ganz oft für Schlafstörungen bei Babys verantwortlich, deswegen sollte man bei diesen Problemen immer darauf achten, den Oberkörper des Babys sowohl beim Trinken als auch beim Schlafen höher zu lagern. Nach einer Flaschen- oder Stillmahlzeit 15-20 Minuten senkrecht halten und möglichst darauf achten, dass das Baby ein ordentliches Bäuerchen macht. Es kann ebenfalls hilfreich sein, öfter aber kleinere Mahlzeiten anzubieten, damit der Magen nicht überfüllt wird und ggf. alles drin behält. Außerdem sollte man das Baby nach einer Mahlzeit auf der rechten Seite lagern, damit der Druck auf den Magen möglichst gering ausfällt.
 
 
In den ersten Lebenswochen nach der Geburt ist Reflux bei kleinen Säuglingen normal und verschwindet mit zunehmender Reife und Wachstum selbständig. Dann wird der Mageneingang am Ende der Speiseröhre durch ein kräftiges Muskelfaserband verschlossen, sodass ein Zurückfließen des Mageninhaltes in der Regel nicht mehr auftritt. Bei einigen Kindern wird es erst mit der Einführung der festeren Nahrung (Beikost) besser. Manchmal kann auch eine osteopathische Behandlung zur Milderung von Refluxsymptomen führen oder diesen sogar komplett verschwinden lassen.
 
 
Hier nochmal alle Empfehlungen auf einen Blick zusammengefasst:
 
 
  • Nach dem Trinken für etwa 15-20 Minuten hochhalten/lagern
  • Immer ein ordentliches Bäuerchen machen lassen
  • Im Bett im Liegen den Oberkörper hochlagern
  • Das Baby nach dem Trinken auf der rechten Seite lagern
  • Kleinere Mengen an Nahrung, dafür öfter anbieten
  • Kuhmilchallergie/- unverträglichkeit abklären
 
 
In den Fällen, wo Reflux zu keinen Schmerzen oder Unwohlsein führt, kann es trotzdem auf Dauer lästig sein und auch den Schlaf von Kind und Eltern stören. Niemand will ein Baby weiterschlafen lassen, wenn es eine größere Menge Flüssigkeit ausgespuckt hat und seine Kleidung oder sogar das Bettzeug dadurch durchnässt ist. In solchen Fällen hilft der Einsatz von großen Lätzchen (Spucktücher sind natürlich genauso geeignet), die man schnell durch ein Frisches ersetzen kann, ohne das Baby dadurch komplett umziehen und dadurch wach werden zu lassen. Mehr Tipps und Tricks zum Thema Babyschlaf gibts auch in meinem „Happy Baby“ Onlinekurs für Babys im Alter von 0-5 Monaten oder den „Happy Family“ Onlinekurs im Alter von 6-23 Monaten. Hier kommt ihr zu den Kursen.